Projektleitung: Prof. Dr. Norbert F. Schneider, Stephan
Stengel, Dipl.Päd.
Zeitraum der Studie:
Oktober
2004 September 2005
Kontakt:
Stephan
Stengel, Dipl.Päd., Tel: 06131/ 39-23206
Problemhintergrund
Die Heiratsneigung in Deutschland ist im Verlaufe der letzten
50 Jahre deutlich gesunken. Immer häufiger wird in diesem
Zusammenhang konstatiert, dass die Ehe ihre Monopolstellung zur
Erfüllung zentraler sozialer und individueller Bedürfnisse
eingebüßt habe und als Institution erodiert und brüchig
geworden sei. Dennoch heiraten derzeit noch etwa drei von fünf
Personen mindestens einmal in ihrem Leben. Was veranlasst die
Menschen dazu, auch vor dem Hintergrund eines Attraktivitätsverlustes
der Eheschließung und einer zunehmenden Akzeptanz alternativer
Lebens- und Partnerschaftsentwürfe, ihre Beziehung in den
Rahmen einer standesamtlichen bzw. kirchlichen Trauung zu stellen?
Welche Erwartungsstrukturen und Handlungsmotive liegen der Entscheidung
zur Eheschließung zugrunde und welcher Wert wird heute noch
der Institution Ehe beigemessen? Diesen und anderen Fragen soll
im Rahmen des vorliegenden Projekts mit einer breit angelegten
empirischen Erhebung nachgegangen werden.
Zielsetzung
des Projekts
Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts steht das Bemühen,
eine Vielzahl zentraler motivationaler und struktureller Aspekte
von Heirat und Ehe zu identifizieren und diese empirisch abzubilden.
Die Studie soll einerseits eine systematische Differenzierung
zwischen standesamtlicher und kirchlicher Trauung ermöglichen
und andererseits sowohl subjektive Sinnzuschreibungen als auch
sozialstrukturelle Determinanten in die Analyse einbeziehen. Untersucht
werden die subjektiv an die Institution Ehe herangetragenen Erwartungen,
zentrale Merkmale der Partnerwahl, die bisherige Partnerschafts-
und Ehebiographie, Anlässe und Motive sowie Planung und Ausgestaltung
der Eheschließung und die Stabilität ehelicher Beziehungen.
Studiendesign
Bei der Studie werden Daten von zwei unterschiedlichen Zielgruppen
mit standardisierten und halboffenen Messinstrumenten erhoben.
Im Rahmen einer umfangreichen quantitativen Untersuchung werden
Personen interviewt, die im Zeitraum von 1999-2005 in Deutschland
standesamtlich geheiratet haben. Die Datenerhebung erfolgt standardisiert
als computerunterstütztes telefonisches Interview. Hierbei
soll eine ca.600 Paare bzw. 1200 Personen umfassende Stichprobe
realisiert werden. Zusätzlich erfolgt eine qualitative, leitfadengestütze
Befragung von Paaren der Heiratskohorte 1990-1997. Diese soll
vor allem Aufschluss über Aspekte der Qualität und Stabilität
ehelicher Beziehungen geben. Es sollen hierbei ca. 120 qualitative
Interviews durchgeführt werden.